MAN forscht aktiv für effizienten Verkehr der Zukunft
MAN Truck & Bus und AKTIV-Forschungspartner entwickeln intelligente Verkehrsassistenzsysteme, die künftig das Stau- und Unfallrisiko auf Deutschlands Straßen deutlich senken können.
AKTIV steht für „Adaptive und Kooperative Technologien für den Intelligenten Verkehr“. Im Fokus stehen die Themen Sicherheit und Vermeidung von Staus mittels Fahrzeug-Kommunikation. Die 28 Partner der Forschungsinitiative – Automobilhersteller und -zulieferer, Elektronik-, Telekommunikations- und Softwarefirmen, Forschungsinstitute sowie die Straßen- und Verkehrsverwaltung – stellten 2010 das Ergebnis ihrer vierjährigen Forschung vor.
Ziele des AKTIV Forschungsprojektes
- Erhöhung der aktiven Sicherheit für Fahrzeuge und Verkehrssysteme
- Entlastung des Fahrers durch unterstützende Assistenzsysteme
- Effiziente Nutzung der vorhandenen Verkehrs-Infrastruktur und damit weniger Staus
Aktive Gefahrenbremsung
Bei der aktiven Gefahrenbremsung erhält der Fahrer rechtzeitig optische und akustische Signale, wenn die Gefahr eines Auffahrunfalls besteht. Ein MAN TGX 18.540 wurde zur Demonstration der aktiven Gefahrenbremsung mit einer Radar- und Videosensorik ausgestattet. Dieses System erkennt zudem stehende Hindernisse und leitet einen automatischen Bremseingriff ein, wenn der Fahrer auf vorangegangene Warnungen nicht reagiert hat. Gerade bei sicherheitsrelevanten Situationen wie Stauenden auf Autobahnen ereignen sich immer wieder schwere Auffahrunfälle, die unter Einsatz der aktiven Gefahrenbremsung künftig vermieden werden könnten.
Integrierte Querführung
Die von MAN Truck & Bus entwickelte Integrierte Querführung hält den Lkw automatisch in einer definierten Soll-Position innerhalb der Fahrspur. Dazu erfasst eine Kamera den Spurverlauf sowie die Position des Lkw. Abweichungen von der Soll-Position werden mit einem Querregler durch einen kontinuierlichen Lenkeingriff vermieden bzw. auf ein akzeptables Minimum reduziert. Mittels digitaler Karten erfolgt darüber hinaus eine Anpassung der Soll-Position des Lkw innerhalb der Fahrspur an voraus liegende Kurven. Zusätzlich erfasst eine Radarsensorik entgegenkommende Lkw und bewirkt, dass die Soll-Position des eigenen Fahrzeuges hin zum Fahrbahnrand verlagert wird.
Querführung in der Baustelle
Der Verkehr in europäischen Ballungsgebieten stößt bereits jetzt an Kapazitätsgrenzen des Straßennetzes. Zusätzlich verringern Verkehrshindernisse, wie zum Beispiel Baustellen auf Autobahnen, die Leistungsfähigkeit des Verkehrsnetzes und führen häufig zu langen Staus. Gerade für Lkw bleibt auf Grund der Abmessungen im Vergleich zum Pkw wenig Spielraum in der verengten Baustellen-Fahrspur.
An einem Prototypen testete MAN einen Baustellenlotsen. Die automatische Querführung für Lkw kann den Fahrer auf engen Fahrbahnen – auch, wie typischerweise bei Baustellen, ohne richtige Fahrbahnmarkierungen - unterstützen und Abweichungen von der Fahrspur verhindern. Dies geschieht durch aktive Eingriffe in die Lenkung des Fahrzeuges. Unfälle durch ungewolltes Verlassen der Fahrspur sollen dadurch künftig vermieden werden. Überholen wird dadurch deutlich sicherer und der Verkehrsfluss in diesem Bereich wird erhöht.
Fahreraufmerksamkeit erhalten
Wesentlich bei der Entwicklung neuer Assistenzsysteme ist die Akzeptanz bei den Fahrern und deren Umgang mit den Systemen. MAN Truck & Bus hat dazu Versuchsfahrten mit Fahrern im MAN-Lkw-Simulator der TU München in Garching durchgeführt, die typischen Fahrsituationen im täglichen Fernverkehr gleichen. Dabei wurde analysiert, ob es Veränderungen der Aufmerksamkeit bei längeren Fahrten mit Assistenzsystemen gibt. Ziel des Projektes ist es, Assistenzsysteme so auszulegen, dass die Gefahr der Unterforderung des Fahrers und eine damit verbundene Unaufmerksamkeit minimiert werden.

